Shubha 1.0

Seit meiner eigenen Schulzeit bin ich von Freunden und Mitschülern gebeten worden, ihnen Mathe zu erklären. Das habe ich gerne und mit Freude gemacht. Mir selbst hat aber jemand gefehlt, der mir die Sprachen und den Sprachgebrauch näherbringt. Deshalb habe ich trotz guter Leistungen in den Naturwissenschaften erst „nur“ meinen Realschulabschluss gemacht.

Ich habe langjährig in der Gastronomie gearbeitet und immer wieder wurde ich von Kollegen gebeten, Schülern aus der Familie in Mathe zu helfen. Meine Hilfe war immer erfolgreich, obwohl ich viele „Ernstfälle“ unterrichtet habe. Die Schwester meiner Chefin ist mit einem glatten Sechser durch den Quali gerasselt, mit meiner Hilfe schrieb sie das Jahr darauf eine Drei. Die Tochter einer Kollegin hatte aufgrund von Dyskalkulie bereits in der Grundschule Probleme. Ich half ihr den Übergang auf die Realschule zu machen. Jahre später kam sie erneut und schaffte es auf die FOS Gestaltung. Ich selbst begann mein Abitur nachzuholen und während dieser Zeit unterrichtete ich meine Klassenkameraden. Lustigstes Beispiel war ein Freund, der sehr gut in den Sprachen und den sozialwissenschaftlichen Fächern war, doch in Mathe tat er sich bis zum Schluß schwer.Ich gab ihm am Nachmittag vor dem Matheabitur im Eiltempo Tipps und Tricks und übte mit ihm. Er schrieb 8 Punkte gleichwertig einer 3.

Meine langjährige Erfahrung als private Nachhilfelehrerin erweckte den Wunsch Lehrerin zu werden. Leider musste ich feststellen, dass das Studium nicht auf den Lehrberuf vorbereitet, sondern einen reinen Mathematiker ausbildet. Zudem informierte ich mich mehr über unser Schulsystem und stellte fest, dass ich nicht dafür geeignet bin an einer regulären staatlichen Schule, mit einem strengen Lehrplan ohne Möglichkeit individuell auf die Schüler einzugehen, zu unterrichten. Dafür gibt es für mich einen Grund: Es macht mir keinen Spaß und dann kann es auf Dauer nicht gut sein.

Ich brach mein Studium ab und wechselte in den sozialen Bereich. Erst in eine Mittags-Hausaufgabenbetreuung für Grundschüler, dann zu einer sozialpädagogischen Lernhilfe. Ich war sofort für Kinder aller Schularten, nicht nur für Mittelschüler, in allen Fächern zuständig. Die Kinder schätzten meinen persönlichen Einsatz sehr, so dass sie zum Teil bis heute mit mir Kontakt halten. Im Schuljahr 16/17 unterrichtete ich eine kleine Gruppe von 5 Schülern, die ihre Mittlere Reife über den M-Zweig machen wollten. Natürlich muss ich als Lehrende die Schüler fordern, damit sie die Abschlussprüfung auch schaffen. Schließlich haben 4 der 5 Schüler ihren Abschluss geschrieben und 3 sind auf die FOS Sozial gewechselt. Jedoch wurde mir dabei klar, dass unsere Lernpädagogik nichts mit der gängigen Sozialpädagogik gemein hat. Deshalb entschloss ich mich, meine Ideen auf selbstständiger Basis umzusetzen. Meine Schüler von damals helfen mir dabei bis heute. Ich beschäftige mich jetzt schon sehr lange mit Lernmethoden und Lernschwächen und erkannte: Mein Erfolg ist meine eigene Flexibilität. Mit niemanden habe ich in Mathe auf die gleiche Weise angefangen zu lernen, auch wenn ich oft den gleichen Wortlaut benutze. Aber wir sind Individuen und so lernen wir auch. Sobald jemand Verständnis für sein Problem bekommt und er es selbst ändern möchte, schafft er es. Ich bin dann nur noch unterstützender Teil, der wie ein Sicherheitsnetz funktioniert.

So bin ich auf die Idee der persönlichen Online-Nachhilfe gekommen. Dieses System macht mir sehr viel Spaß und jeder kann es ausprobieren. Mit dem eigenen Wunsch zu lernen, gib es keinen schlechten Schüler.