Definition

Definition

Ein Zeitzeuge ist jemand, der ein geschichtliches Ereignis oder eine bestimmte Zeitspanne miterlebt hat. Deshalb kann ein Zeitzeuge aus erster Hand Eindrücke zur Geschichte liefern. Dabei ist die Darstellung stark personalisiert und dadurch emotionalisiert, was sie in der Regel ansprechender, jedoch auch subjektiver macht. Ferner haben Zeitzeugen eine natürliche Authentizität, da ihre Informationen nicht auf Quellen, sondern eigenen Erfahrungen beruhen.

Jedoch steigt die Subjektivität der Erfahrungen mit einem zunehmenden zeitlichen Abstand zu dem Ereignis, von dem berichtet wird. Deshalb sind Darstellungen von Zeitzeugen stets mit Vorsicht zu genießen. Hans Günther Hockerts bezeichnete den Zeitzeugen als Tod jeglicher objektiver Geschichtsschreibung. Denn Menschen verändern ihre Erfahrungen mit der Zeit: sie beschönigen oder dramatisieren Dinge, lassen Aspekte weg und verändern das Narrativ tendenziell so, dass ihr eigenes Verhalten positiver erscheint.

Anders verhält es sich mit zeitgenössischen Berichten von Zeitzeugen. Diese sind zwar ebenso subjektiv, jedoch ist ihre Darstellungen nicht im Laufe der Zeit verändert worden. Deshalb dienen sie als objektivere Quellen, die zugleich authentisch und ansprechend sind.

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