Team

Shubha Krüger

Als ich acht Jahre alt war fiel am 9.11.1989 die Berliner Mauer. Meine ganze Familie saß vor dem Fernseher und mir als jüngstem Familienmitglied wurde mehrfach die Besonderheit der Geschehnissen erklärt. 
Erst rückblickend wurde mir klar, welche Bedeutung und Tragweite dieses Ereignis bis heute hat. 
Es ist ein Ereignis, über das Geschichtsbücher berichten, und ich war Zeuge davon. 

Wäre es nicht wichtig gewesen, mehr mit den Betroffenen zu reden?
Man hätte gleich mehr nach den Bedürfnissen der Bürger handeln können und es hätte die Kommunikation zwischen „Ost und West“ nachhaltig verbessert. 
Jedoch sind Zeitzeugenberichte nur aktuell sinnvoll, deshalb ist der Zug für dieses Ereignis längst abgefahren.

Mit der Corona-Pandemie stecken wir wieder in einem geschichtlichen Großereignis.

Als selbstständige Online-Lehrerin achte ich nicht nur auf die wirtschaftlichen, sondern auch auf die bildungspolitischen Entscheidungen. Und, ich versuche das wertfrei zu formulieren, unsere Jugendlichen gehen dabei unter und müssen gerade einfach emotionslos funktionieren. Der Zeitzeugenbericht soll ein Sprachrohr der Jugend werden und eines Tages können wir durch ein unverfälschtes Dokument zurückblicken.

Max Krüger

Als Lehrer an einem bayerischen Gymnasium versuche ich im Fach Deutsch das Interesse der Schüler für das Schreiben zu wecken. Zudem liegt mir im Fach Geschichte daran, den Schülern die Multiperspektivität von Geschichte zu vermitteln: Jeder Mensch nimmt seine Gegenwart unterschiedlich wahr. Zudem konstruiert später jeder seine eigene Vorstellung von Geschichte. Jetzt sind die Schüler selber Zeitgenossen eines historischen Ereignisses. Sie sind unmittelbar betroffen und können ihre eigene Wahrnehmung zu Papier bringen und sich darüber austauschen. Ferner wird ihnen bewusst, dass Geschichte gerade jetzt stattfindet und sie ein Teil davon sind.

Anna Tewfik

Kreativität die verbindet. Das ist mein Motto. Als Gestalterin für visuelles Marketing bin ich in einem Bereich tätig, der es erfordert, kreative Arbeit zu leisten und damit ästhetische und funktionelle sowie gestalterische Aspekte mit der Arbeit an einem Produkt zu kombinieren. Einer Kombination aus meiner beruflichen Laufbahn, meinen privaten Leidenschaften sowie vielzähligen Reisen, habe ich ein breites Netzwerk zu verdanken, welches in Projektarbeiten nicht nur mir, sondern auch meinen Kunden und Kreativpartnern, Spielraum schafft. Meinem Interesse an Mensch und Projekt sind keine Grenzen gesetzt und ich freue mich immer wieder auf neue Herausforderungen. So habe ich mich auch für das Studium der sozialen Arbeit entschieden, um aus diesen Verbindungen noch mehr wachsen zu lassen. Dadurch bin ich auf das Projekt „Zeitzeugen“ gestoßen. Es macht mir großen Spaß hieran mitzuarbeiten und genau auch in dieser Verbindung aus Kreativität und Mensch etwas tolles zu schaffen.

Anja Krebs

Als Soziologin ist der beobachtende und teilhabende Blick auf die Gesellschaft mein Hauptanliegen, wobei mich dabei besonders die Wahrnehmung gesellschaftlicher Prozesse durch Individuen interessiert. Durch meine Tätigkeiten in der Film- und Medienbranche habe ich den kreativen Ausdruck miteinbezogen und freue mich jetzt, in diesem Zeitzeugen-Projekt beides kombinieren zu können. Wie wird diese Zeit von den Jugendlichen wahrgenommen und wie drücken sie sich kreativ aus?

Mein Name ist Sophie Fent.


Nach meiner Ausbildung an der Designschule München/ Deutsche Meisterschule für Mode habe ich mich 2015 als staatlich geprüfte Kommunikationsdesignerin im Bereich Grafik & Mode selbständig gemacht und arbeite auch in diesem Bereich. Zusätzlich habe ich 2019 das Studium der sozialen Arbeit aufgenommen, da ich im Bereich Medienpädagogik, diese beiden Berufe kombinieren möchte. Durch meine Nebentätigkeit in der Gastronomie lernte ich Shubha Krüger kennen, die mir von ihrem Projekt berichtete und mich dafür begeisterte. Da ich im Rahmen meines Studiums ein Praktikum absolvieren muss, schien mir das eine gute Gelegenheit am Projekt Zeitzeugen mitzuwirken um zu sehen wie ein Projekt dieser Art aufgezogen und umgesetzt wird, zusätzlich kann ich meine grafischen Fähigkeiten mit einbringen und so mit daran teilhaben, dass unser gemeinsames Projekt ein Erfolg wird. Sophie Fent

Teresa Spicker

Jugendliche, besonders in der Pubertät, haben viele Stimmungsschwankungen, sind unsicher und denken sie wären allein mit ihren Gefühlen. Das Elternhaus symbolisiert für viele nicht die erste Anlaufstelle, sondern ihre Peer-Group. Doch durch die Corona-Krise war es nicht mehr möglich sich mit den Freunden zu treffen, die Erlebnisse zu verarbeiten und einfach mal abzuschalten. Stattdessen wurde nun über die digitalen Medien kommuniziert, Computer Spiele gespielt und Zeit daheim mit den „nervigen“ Eltern verbracht. Das war für alle ein Umbruch und ist es immer noch. Es ist enorm wichtig darüber zu reden und gerade die Jugendlichen in diesen Diskurs miteinzubeziehen, denn ihre Stimme ist genauso wichtig und wird momentan etwas vernachlässigt. Jede Person hat individuelle Erfahrungen mit dieser Zeit gemacht und mit diesem Projekt wird den Jugendlichen auf einer Augenhöhe ihnen die Möglichkeit geboten ihre eigene Geschichte zu erzählen. Als Shubha mir von dem Projekt erzählte, lag ich wortwörtlich die ganze Nacht wach und konnte vor Begeisterung nicht schlafen. Ich wollte unbedingt ein Teil davon werden und gleichzeitig meine Arbeit als Jugendbetreuerin mit einfließen lassen. Am nächsten Tag ruf ich Shubha dann ganz nervös an und erzählte ihr, dass ich an dem Wettbewerb teilnehmen will, aber die Jugendlichen während dieses Prozesses unterstützen will. Wodurch wir dann das Konzept der „Corona-Freizeit“ entwickelten.

Daniela Blotenberg

Onlineformular